Stundenlohnrechner
Rechnen Sie Ihr monatliches Gehalt in einen Stundenlohn um.
Was ist meine Arbeitszeit wert? Der große Gehalts-Check
Am Ende des Monats steht eine Summe auf dem Gehaltszettel: Das Brutto- oder Nettogehalt. Doch diese Zahl allein sagt wenig darüber aus, wie gut Ihre Arbeit tatsächlich bezahlt wird. Erst wenn man die Arbeitszeit ins Verhältnis zum Gehalt setzt, erhält man die wahre Währung der Arbeitswelt: den Stundenlohn.
Warum ist das wichtig? Weil 4.000 Euro bei einer 35-Stunden-Woche ein fürstliches Gehalt sind, bei einer 60-Stunden-Woche aber eher Ausbeutung. Unser Stundenlohnrechner bringt Licht ins Dunkel und hilft Ihnen, Ihren Marktwert exakt zu bestimmen.
1. Die Formel: Wie berechnet man den Stundenlohn?
Viele Arbeitnehmer machen den Fehler, einfach "Monatsgehalt durch 4 Wochen" zu teilen. Das ist mathematisch ungenau, da ein Monat meist mehr als 4 Wochen hat (ausgenommen Februar in Nicht-Schaltjahren). Um vergleichbare Werte zu erhalten, nutzen Personaler und Buchhalter die sogenannte 13-Wochen-Methode oder den Faktor 4,33.
Die korrekte Berechnungsschritte:
- Berechnung der Jahreswochen: Ein Jahr hat 52 Wochen.
- Berechnung der Wochen pro Monat: 52 Wochen ÷ 12 Monate = 4,33 Periode.
- Ermittlung der Monatsstunden: Wochenstunden × 4,33. (Bei 40 Stunden sind das 173,33 Stunden).
- Berechnung des Stundenlohns: Monatsgehalt ÷ Monatsstunden.
Rechenbeispiel:
Sie verdienen 3.000 Euro brutto und arbeiten 40 Stunden die Woche.
Ihre monatliche Arbeitszeit: 40 × 4,33 = 173,2 Stunden.
Ihr Stundenlohn: 3.000 € ÷ 173,2 = 17,32 €.
2. Gesetzlicher Mindestlohn 2024 / 2025
Der Stundenlohn ist in Deutschland nicht nur Verhandlungssache, sondern durch das Mindestlohngesetz (MiLoG) nach unten begrenzt. Kein Arbeitgeber darf weniger zahlen, als der Gesetzgeber vorschreibt.
- Ab Januar 2024: 12,41 € pro Stunde.
- Ab Januar 2025: 12,82 € pro Stunde.
Wenn Sie Ihren Stundenlohn mit unserem Rechner ermitteln und unter diesem Wert landen, sollten Sie dringend das Gespräch mit Ihrem Chef suchen oder den Zoll (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) informieren. Auch bei Pauschalgehältern muss sichergestellt sein, dass umgerechnet auf die tatsächliche Arbeitszeit der Mindestlohn nicht unterschritten wird! Wer also 2.000 Euro verdient, aber dafür 200 Stunden im Monat schuftet (Stundenlohn 10 €), wird illegal bezahlt.
3. Durchschnittliche Stundenlöhne in Deutschland
Um Ihr Ergebnis einzuordnen, lohnt ein Blick auf die Statistik des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst in Deutschland lag zuletzt bei ca. 24 bis 25 Euro.
- Niedriglohnsektor: Alles unter ca. 14 Euro.
- Fachkräfte: Oft zwischen 20 und 35 Euro.
- Akademiker / Spezialisten: Ab 40 Euro aufwärts.
Natürlich gibt es riesige Unterschiede je nach Branche (Gastronomie vs. Automobilindustrie) und Region (München vs. Mecklenburg-Vorpommern).
4. Überstunden: Der stille Lohnfresser
Ein Festgehalt ist bequem, hat aber eine Tücke: Überstunden. Wenn in Ihrem Arbeitsvertrag steht "Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten", sinkt Ihr realer Stundenlohn mit jeder Minute, die Sie länger bleiben.
Beispiel:
Vertrag: 4.000 €, 40 Stunden. Stundenlohn rechnerisch: 23,09 €.
Realität: Sie arbeiten jeden Tag eine Stunde länger (45 Stunden/Woche).
Neue Rechnung: 4.000 € ÷ (45 × 4,33) = 4.000 € ÷ 195 = 20,51 €.
Sie "verschenken" also pro Stunde 2,58 Euro. Auf den Monat gerechnet arbeiten Sie fast drei Tage umsonst. Achten Sie bei Gehaltsverhandlungen also nicht nur auf die Summe, sondern auch auf die Arbeitszeiterfassung.
5. Brutto vs. Netto Stundenlohn
Unser Rechner gibt standardmäßig den Brutto-Stundenlohn aus, da dieser im Arbeitsvertrag steht. Was am Ende auf dem Konto landet ("Netto-Stundenlohn"), hängt stark von Ihrer Steuerklasse, Kinderfreibeträgen und Kirchensteuer ab. Faustregel: Als Single (Steuerklasse 1) bleiben rund 60-65% von der Brutto-Stunde übrig. Von 20 Euro Stundenlohn sehen Sie also ca. 12-13 Euro auf dem Girokonto.
6. Tipps für die Gehaltsverhandlung
Nutzen Sie den Stundenlohn als psychologischen Hebel:
- Teilzeit-Falle vermeiden: Wenn Sie von 40 auf 30 Stunden reduzieren, sinkt zwar Ihr Monatsgehalt, aber Ihr Stundenlohn bleibt gleich. Argumentieren Sie, dass Sie in 30 Stunden effizienter arbeiten und fordern Sie eine Anpassung, die den Stundenlohn erhöht.
- Gehaltserhöhung fordern: "Chef, ich arbeite für 18 Euro die Stunde. Der Branchenschnitt liegt bei 22 Euro." Das wirkt fundierter als "Ich will mehr Geld".
- Freizeit statt Geld: Manchmal ist eine Stundenreduzierung bei gleichem Gehalt die bessere Gehaltserhöhung als 100 Euro mehr brutto. Das erhöht Ihren Stundenlohn massiv (und Ihre Lebensqualität).
7. Häufige Fragen (FAQ)
Wie viele Stunden hat ein Monat genau?
Ein durchschnittlicher Monat hat 173,33 Stunden (bei einer 40-Stunden-Woche). Die Formel lautet: (Wochenstunden × 52) ÷ 12.
Zählen Pausen zur Arbeitszeit?
Nein. Mittagspausen sind unbezahlte Zeit. Wenn Sie von 8 bis 17 Uhr anwesend sind (9 Stunden) und 1 Stunde Pause machen, arbeiten Sie nur 8 Stunden. Nur diese 8 Stunden werden für den Stundenlohn herangezogen.
Was ist mit dem 13. Monatsgehalt?
Weihnachts- und Urlaubsgeld erhöhen Ihr Jahresgehalt. Wenn Sie Ihren "echten" Jahresstundenlohn berechnen wollen, sollten Sie das Jahresbrutto durch die Jahresarbeitsstunden teilen. Das ergibt oft einen deutlich schöneren wert als die reine Monatsbetrachtung.
8. Fazit
Zeit ist Geld. Dieser Spruch war nie wahrer als beim Stundenlohn. Nutzen Sie unseren Stundenlohnrechner regelmäßig, um zu prüfen, ob Gehaltserhöhungen oder Änderungen der Arbeitszeit sich für Sie wirklich lohnen. Lassen Sie sich nicht von hohen Bruttosummen blenden, wenn dafür Ihre Freizeit komplett auf der Strecke bleibt.