Umsatzsteuerrechner
Rechnen Sie Netto in Brutto um – oder ziehen Sie die Steuer heraus.
Umsatzsteuer: Der ewige Aufschlag
Egal ob Sie Unternehmer sind, der Rechnungen schreibt, oder Verbraucher, der Preise vergleicht: An der Umsatzsteuer (umgangssprachlich Mehrwertsteuer oder MwSt) kommt niemand vorbei. Sie ist die wichtigste Einnahmequelle des deutschen Staates. Unser Rechner hilft Ihnen, das Wirrwarr aus Netto und Brutto zu entwirren.
1. Der Unterschied zwischen Netto und Brutto
Diese Begriffe sorgen oft für Verwirrung, dabei ist es ganz einfach:
- Netto ("Reinig"): Der Preis ohne Steuer. Das ist das, was der Verkäufer behalten darf. Für Unternehmer ist meist nur dieser Wert relevant (Durchlaufender Posten).
- Brutto ("Roh"): Der Preis inklusive Steuer. Das ist das, was der Endkunde an der Kasse bezahlen muss.
Die Formel: Netto + Umsatzsteuer = Brutto.
2. Wie man richtig rechnet (Achtung Stolperfalle!)
Die größte Falle der Prozentrechnung lauert hier: Wer vom Bruttowert 19% abzieht, landet NICHT beim Nettowert!
Beispiel: Ein Produkt kostet 119 Euro Brutto (inkl. 19%).
Falsch: 119 € - 19% = 96,39 €. (Hier würden Sie 19% vom Endpreis abziehen, aber die Steuer sind 19% vom Grundpreis).
Richtig: Sie müssen aus dem Bruttowert die 119% "herausrechnen".
Rechnung: 119 € ÷ 1,19 = 100 €. Die Steuer beträgt also genau 19 Euro.
3. Die Steuersätze: 19% oder 7%?
In Deutschland gibt es zwei Hauptsätze, die im Umsatzsteuergesetz (UStG) geregelt sind:
Regelsteuersatz 19%
Dies ist der Standard. Er gilt für fast alles: Elektronik, Dienstleistungen, Möbel, Kleidung, Alkohol, Autos, Benzin.
Ermäßigter Steuersatz 7%
Er soll den Grundbedarf verbilligen. Er gilt für:
- Lebensmittel: Brot, Milch, Fleisch, Obst (aber nicht im Restaurant! Hier gilt oft 19% für Getränke).
- Bücher und Zeitschriften: Kultur soll bezahlbar bleiben (auch E-Books).
- Öffentlicher Nahverkehr: Bahn-Tickets im Nahverkehr (unter 50km).
- Hotelübernachtungen: Nur das Schlafen, nicht das Frühstück.
4. Vorsteuerabzug: Der Trick für Unternehmer
Für Privatleute ist die MwSt eine echte Belastung. Für Unternehmen ist sie ein "Nullsummenspiel". Wenn ein Schreiner Holz kauft, zahlt er darauf Steuer (Vorsteuer). Wenn er den fertigen Tisch verkauft, schlägt er Steuer drauf (Umsatzsteuer). An das Finanzamt zahlt er nur die Differenz zwischen eingenommener Umsatzsteuer und gezahlter Vorsteuer. Er reicht die Steuer also nur durch.
5. Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)
Existenzgründer und Nebenberufler können wählen: Wollen Sie Umsatzsteuer ausweisen oder lieber Kleinunternehmer sein? Wer im Vorjahr unter 22.000 € Umsatz lag und im laufenden Jahr voraussichtlich unter 50.000 € bleibt, darf Kleinunternehmer sein.
Vorteil: Keine Umsatzsteuervoranmeldung, weniger Bürokratie. Rechnung ist billiger für Privatkunden (da keine 19% draufkommen).
Nachteil: Sie bekommen die Steuer für gekaufte Laptops oder Werkzeuge vom Finanzamt nicht erstattet (kein Vorsteuerabzug). Das lohnt sich oft nicht, wenn man hohe Anfangsinvestitionen hat.
6. Mehrwertsteuer vs. Umsatzsteuer
Gibt es einen Unterschied? Wirtschaftlich gesehen ja, rechtlich nein. Das Gesetz heißt Umsatzsteuergesetz. Der Begriff "Mehrwertsteuer" beschreibt das Prinzip (nur der geschaffene Mehrwert wird besteuert), ist aber offiziell veraltet. Auf Kassenbons steht meist "MwSt", im Steuerformular "USt". Gemeint ist immer das Gleiche.
7. FAQ: Häufige Fragen
Wie rechnet man 16% Mehrwertsteuer?
Während der Corona-Pandemie (2020) wurde der Satz kurzzeitig auf 16% gesenkt. Die Formel war damals: Preis ÷ 1,16. Heute ist das Geschichte.
Muss ich auf Rechnungen ins Ausland Steuer zahlen?
Das ist kompliziert ("Reverse Charge"). Bei Geschäften zwischen Unternehmen (B2B) innerhalb der EU zahlt meist der Empfänger die Steuer in seinem Land. Die Rechnung wird "Netto" gestellt. Unser Rechner hat dafür die "0%" Option.
8. Fazit
Wer selbstständig ist, muss den Umsatzsteuerrechner im Schlaf beherrschen. Aber auch Schnäppchenjäger sollten wissen, dass "19% geschenkt" rechnerisch eigentlich nur ein Rabatt von 15,97% ist (rechnen Sie mal nach: 100 ÷ 1,19). Lassen Sie sich nicht täuschen!